Markus Grundtner

Autor, Jurist und Ex-Journalist

Rezensionen

Über „Die Dringlichkeit der Dinge“:


Zielpunkt Triest

Markus Grundtners „Die Dringlichkeit der Dinge“ ist eine Liebesgeschichte mit reichem Bezug auf Italo Svevo.

Eine temperamentvolle Italienerin, die den Eindruck erweckt, „als ob sie noch nie den Kopf einziehen oder klein machen hätte müssen“, zerrt ihren schweren Rollkoffer zu einem Bücherschrank in der Wiener Innenstadt. Sie öffnet ihn und stellt Bücher ins dafür vorgesehene Regal. Ein junger Wiener, der gerade sein Studium der Rechtswissenschaften beendet hat, greift sich eines dieser Bücher: die zweisprachige Ausgabe von „Zenos Gewissen“, dem tragikomischen Roman von Italo Svevo, dessen Erscheinen 1923 die literarische Moderne in Italien einläutete.

„Entschuldigung, darf ich bitte mein Buch wiederhaben?“, fragt Klaudia. „Nein, das ist nicht möglich“, sagt Mathias, „aktuell sind sie weder Besitzerin noch Eigentümerin des Buchs.“ Und weiter: „Eine Sache zu besitzen, heißt, von ihr besessen zu sein.“ So geht es hin und her im vielleicht sophistischsten Flirt der jüngeren Literaturgeschichte. Er endet im Abgrund aller Schlagfertigkeit, denn „als sie ihren Blick zu Boden wendet, stürzt unser Rechtsraum, den wir zu zweit erschaffen haben, in sich zusammen, die Sekunden und Minuten laufen gemäß der geltenden Rechtslage weiter“.

Wenn ein Rechtsraum einstürzt, entsteht ein Trümmerhaufen aus vermeintlichen Gewissheiten. Aus dem Schutt lässt sich aber etwas konstruieren. Es ist der Liebesraum, der entsteht, zwischen einem Paragraphenreiter und einer Literaturwissenschaftlerin. Sie hat Heimweh nach ihrer Heimatstadt Triest und zudem mit Ende dreißig einen dringenden Kinderwunsch. Er ist Berufseinsteiger mit der Aussicht, in einer der angesehensten Kanzleien der Stadt zu arbeiten. Er will Karriere und Planbarkeit. Sie sucht nach romantischen Impulsen, die ihrem Leben Sinn und Zweck verleihen. Und sie ist auch talentiert darin, diese Impulse hervorzurufen. So kommt es, dass Klaudia und Mathias nach Triest fahren, um dort eine Liebesbeziehung zu faken, mit der sie einen Makler beeindrucken wollen, der Klaudia eine Wohnung vermieten soll, in der sie als Kind gelebt hat und sie aus familientherapeutischen Gründen wieder bewohnen möchte. Mathias, der Sicherheitsmensch, macht mit.

Wären sie Gewässer, dann wäre Klaudia das Meer und Mathias ein Kanal: „Nach vorgegebenen Regeln errichtet, lenkt er einen Fluss, der sonst alles mit sich reißen würde, in eine geordnete Bahn.“ Da sind die Konflikte programmiert. „Was hast du plötzlich gegen meine Ausstrahlung?“, fragt Mathias einmal. „Sie flackert wie eine Glühbirne, bevor sie erlischt“, entgegnet Klaudia nicht ohne metaphorisches Talent. Wenn diese Frau spricht, dann sitzt das. Deswegen verlegt sich Mathias zunehmend aufs Schweigen. Und obwohl das alles – dieses Arrangement, diese Liebe – seltsam ist, folgt man dem ungleichen Paar blindlings ins Glück. In dem Maße, in dem einem Klaudias notorische Unzufriedenheit auf die Nerven fällt, geht einem indes auch der pedantische Karriere-Eskapismus von Mathias gegen den Strich. Er treibt nichts voran, überlasst alles den Regelwerken des Rechts und strauchelt von Zufällen geleitet durch sein Leben – so wie sein literarisches Alter Ego Zeno Cosini. Aber: Mathias braucht Klaudia. Vor dem Auge des Lesers verschmelzen sie zu einer juristischen Person.

Wie Markus Grundtner die Sprache des Rechts mit Konventionen einer Sprache der Liebe zusammenbringt, ist ungeheuer witzig. Eine Schwangerschaft wird zum „schwebenden Verfahren“, eine Geburt zur „Räumungsklage“, wie es auf der Geburtsanzeige heißt. Doch ist dieser Roman nicht nur komisch, sondern liefert auch eigenwillige Sprachkritik. Worte, heißt es einmal, seien da, um gehalten zu werden. Das gelte auch und insbesondere für unklare Worte. „Wer sich nicht die Zeit nimmt, genau zu formulieren, muss damit leben, die Folgen seines ungenauen Umgangs mit der Sprache zu tragen.“ Das gilt immer wieder auch insbesondere für die Literatur, die nur dann gut ist, wenn sie meint, was sie sagt – es ist die Wahrheit der Fiktion.

So beschert uns dieses Debüt nicht nur eine Erweiterung des literarischen Sprechens ins Fachsprachliche, sondern auch eine unterhaltsame Liebesgeschichte mit sprachkritischem Raffinement. Das kommt erst richtig in Fahrt in Klaudias Heimatstadt Triest, wohin die jungen Eltern von Zwillingen schließlich endgültig ziehen – in die Heimatstadt von Italo Svevo.

(Katharina Teutsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung)


Ich HASSE Liebesromane. Also so wirklich. Außer das Debüt von Markus Grundtner. Das Buch fand ich großartig, so liebevoll, zart und humorvoll erzählt, dass man glatt annehmen möchte, Jurist:innen können nette Menschen sein […] In schneller, fließender Sprache mit vielen Dialogen erlebt man die Geschichte hautnah mit. Ein Drehbuch einer Liebe, die sehr ungewöhnlich ist. Locker erzählt kommt auch der Juristenjargon daher, der einen immer zum Schmunzeln bringt und ebenso im Nebensatz zwischen Besitz und Eigentum aufklärt, genauso über Wohnungsverträge und Vergleiche. […] Besonders beeindruckend ist die Metaebene rund um Streit, Schweigen und Vergleich. […] Ein großes Augenmerk sei auf die Innigkeit und Zuneigung gelegt, die in diesem Roman eingeflossen ist […] Ein idealer Roman für den Sommer, wenn einen die Sehnsucht nach Triest nicht mehr loslässt und eine kurze Pause von der anstrengenden Welt benötigt wird.

(Katharina Peham, katkaesk)


Markus Grundtner, Schriftsteller und Jurist, legt mit „Die Dringlichkeit der Dinge“ ein Romandebüt vor, in dem das Leben in allen Facetten direkt, turbulent, spannend, unterhaltsam und tiefgründig zu Wort kommt. Der Wiener Schriftsteller versteht es einmalig Leserin und Leser in eine Lebensgeschichte und dessen Stationen, Herausforderungen und Wirrungen mitzunehmen und gleichsam zu ermöglichen, mittendrin zu sein.

Es ist ein besonders Sprachflorett in Stil und Inhalt, das Grundtner gekonnt führt und damit zu überraschen wie zu begeistern weiß. Hier traut jemand der Sprache alles zu und die Sprache gibt dies tausendmal in eindringlichen Sprachbildern von Lebenssituationen, Erfahrungen und Erlebnissen, zurück.

„Ein Romandebüt, das beeindruckender und mutiger nicht sein könnte!“

(Walter Pobaschnig, Literatur Outdoors – Worte sind Wege)


Dringliche Empfehlung – 4 von 5 Sternen

Ein kurzweiliger und humorvoller Roman über die vielen Wendepunkte des Lebens. Geprägt von den vielen Rechts(un)sicherheiten des Helden, der am Beginn seiner beruflichen Karriere und einer großen Liebesgeschichte steht, entspinnt sich eine juristische Romanze. Besondere Freude machen die juristischen Wort- und Stilspielereien, die den Roman durchziehen. Zudem gibt es quasi eine Buch-im-Buch-Leseempfehlung für „Zenos Gewissen“ von Italo Svevo, der es nachzukommen gilt.

(Kundenbewertung Thalia.at)


#Empfehlung:

ein rasanter Roman über das Coming-of-Age eines lebensfremden Juristen, der ohne es zu wollen seine Pläne umstößt, Italienisch lernen muss und die Triester Straße gegen das Meer tauschen wird. „Die Dringlichkeit der Dinge“ von @markusgrundtner.

(@zuina_bua, Twitter)


Als Erstlingswerk sehr gut. Die Kapitel sind in Paragraphen unterteilt, die das Lesen mit deren Bedeutung vereinfachen. Die Geschichte hat einen klaren roten Faden. Themen wie Beruf, Liebe und Beziehung kommen nicht zu kurz. Facettenreiche Charaktere, eine Story, die aus dem realen Leben gegriffen sein kann – eine Geschichte, die das Leben so spielen kann.

(Ilse Herzinger / @vienna_booklover, Instagram & Literaturblog)


Sehr gelungenes Debüt

Ein ebenso gelungenes wie vergnügliches Romandebüt von Markus Grundtner.
Die Mischung aus Alltagsschwierigkeiten verbunden mit den Fallstricken des Arbeitslebens und nicht zuletzt des Liebeslebens, werden auf witzige und intelligente Weise miteinander verwoben. Immer wieder werden auflockernde juristische Wortspielereien eingebaut.

(Kundenbewertung Amazon)


Durch die konträren Charaktere ergeben sich immer wieder witzige Dialoge, in denen der Ich-Erzähler alles in die Sprache des Gesetzes übersetzt und sich so seine eigene Wirklichkeit konstruiert. Das hilft ihm, die Welt und das Leben zu verstehen, das ganz anders verläuft, als er es geplant hat. Die Wortkargheit und mangelnde Spontaneität des Protagonisten bringen aber nicht nur Klaudia zum Verzweifeln, sondern streckenweise auch die Leserin, die einige Längen aus dem (Gesetz-)Buch gestrichen hätte. Dennoch war ich von der neuartigen Idee dieses Romans fasziniert, so wie auch von der Tatsache, dass der Autor ein profundes juristisches Wissen an den Tag legt, das er selbst Laien verständlich vermitteln kann […] Gratulation zu diesem ungewöhnlichen Debüt

(Andrea Maria Kerstinger, Facebook & Instagram)


La più bella cosa è la letteratura! Übrigens, das Buch kann man nur wärmstens empfehlen!

(Patrick Stummer, Programmleitung Linde Verlag)


Wer eine etwas andere Liebesgeschichte mit dem Fokus auf sprachlich ausgefeilten Dialogen, juristischem Humor und einem liebenswerten aber gewöhnungsbedürftigen Hauptprotagonisten erleben möchte, der hat sie hier gefunden.

(Heidrun Scherrmann / @buecherheidrun, Instagram & Amazon)


Der kurzweilige, sympathische Debütroman um eine ungewöhnliche Liebesbeziehung gegensätzlicher Menschen wird in lebendigen Dialogen und trockenem, trotzdem witzigen Juristenjargon erzählt. Gehobene Unterhaltung für alle Bibliotheken.

(Ulrike Gieck-Schulz, ekz.bibliotheksservice)



Ich war großartig unterhalten und spreche eine fette Leseempfehlung aus.

(Marija Marjanovic / @wiener_buchwurm, Instagram & Facebook)


An Die Dringlichkeit der Dinge hat mir besonders die Sprache gefallen. Grundtner gelingt hier ein Spagat zwischen Humor und Ernsthaftigkeit, zwischen amüsanten Schlagabtauschen und nachdenklichen Passagen, die sich mit Themen wie Einsamkeit, Verlust und Verantwortung befassen. Dass Grundtner nicht nur Literat, sondern auch Jurist ist, spürt man hier in jeder Faser. Mathias und Klaudia sind zwei starke Figuren, deren Beziehung Grundtner feinfühlig und authentisch nachzeichnet. Zu verfolgen wie Klaudia Mathias‘ Grundsätze durcheinanderwirft, wie sie ihn fordert und mit der Undurchschaubarkeit des Lebens konfrontiert, war durchweg spannend und unterhaltsam. Durch den flüssigen Schreibstil und die Kurzweiligkeit dieser 250 Seiten langen Geschichte, kommt es nirgends zu Längen, tatsächlich flog ich regelrecht durch die Seiten. Auch, wenn Mathias mir nicht immer sympathisch war und es mir zeitweise schwerfiel mich in seine, doch etwas anstrengende Weltsicht hineinzuversetzen, war es umso interessanter zu beobachten, wie sich er und Klaudia in ihrem Zusammenspiel weiterentwickeln. Empfehlung!

(Johanna Zimmermann / @buchstabenbaer, Instagram & Buchstabenbaer)


ein kurzweiliger Debütroman, den man schonmal lesen kann

(Martina Hoffmann / @emmasbücherecke, Instagram)


Der Roman lebt definitiv von den beiden Protagonisten, die beide vielleicht etwas überzeichnet dargestellt werden, aber genau das so herrlich erfrischend und unterhaltsam ist. Ich mag die Idee, ich mag die Sprache, die Dialoge und die juristische Spitzfindigkeit. Diese Aspekte machen den Roman definitiv zu etwas Besonderem.

(Marina Schmid / @lesen.ist.liebe, Instagram)


eine Liebesgeschichte der anderen Art mit zwei Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten […] Im Verlauf der Geschichte verlieben sich die beiden – doch es ist ein ewiger Kampf, wobei ich beide Seiten verstehen konnte. Er sieht alles juristisch-pragmatisch, sie leidenschaftlich-emotional. Werden sie ihren „Glücksvertrag“ am Ende erfüllen können? […] Große Leseempfehlung meinerseits!

(Manuela Rosenbichler / @manu.liest, Instagram)


Debütromane interessieren mich oft ganz besonders und Markus Grundtner hat hier auf jeden Fall einen guten Start hingelegt und seine Geschichte ganz nebenbei auch noch in einem sehr guten sprachlichen Stil verfasst. Mir persönlich ist das wichtig; ich finde, dadurch wird die Freude am Lesen immer noch gesteigert. Wer also Lust auf ein sprachlich gelungenes, amüsantes und vor allem für juristische Laien bereicherndes Debüt hat, ist hier genau richtig. Empfehlung!

(Danielle Lorenz / @literat.ur.teile, Instagram)


Der Roman startet mit viel Sprachwitz und Situationskomik, die durch die gegensätzlichen Charaktere der beiden Hauptfiguren ordentlich angefeuert wird […] Grundtner überlässt Ich-Erzähler Mathias die Erzählperspektive, ein weiterer geschickter Schachzug, um durch das konsequente Verwenden juristischen Vokabulars in quasi allen Situationen, die romantische Erwartungshaltung der Leserschaft humorvoll zu unterwandern.
Die Handlung lebt vor allem durch die zahlreichen sorgfältig inszenierten Dialoge, in denen sich die beiden einen ständigen Schlagabtausch liefern.
Trotz der gängigen Klischees, die für eine klare Verteilung der Rollen sorgen, lässt Grundtner seine männliche Hauptfigur eine gewisse Entwicklung durchlaufen. Dabei wirft er einen kritischen Blick ins Jura-Milieu und ihre ausbeuterischen Mechanismen. […] Grundtners Roman liest sich leicht und unterhaltsam weg. Das durch den Klappentext suggerierte Versprechen, eine humorvolle Liebeskomödie zu liefern, löst er vollständig ein.
Klare Lese-Empfehlung für alle, die Freude an schnellen gut komponierten Dialogen haben.

(Britta Röder / @xlcoffeequeen, Instagram / Booknerds.de)


ein unterhaltsamer und kurzweiliger Liebesroman, der durch sein tolles Setting punktet, einen deutschen Leser aber auch über den ein oder anderen unbekannten österreichischen Ausdruck stolpern lässt. Für Leser des Genres – und nicht nur für Juristen – bedenkenlos zu empfehlen, der Glücksvertrag zwischen Autor und Leser muss also nicht widerrufen werden.

(Erik Huyoff, Zwischen Buchdeckeln / Instagram)


Der Schreib- und Sprachstil von Markus Grundtner ist sehr schön und obwohl ich die Konversationen der Protagonisten eher als fordernd empfand, flog ich nur so durch die Seiten.
Leseempfehlung für diejenigen, die gerne Diskussionen, Schlagabtausch und Paragrafen lieben.

(Christiane Fischer / @hamburger.lesemaus, Instagram)


Eine Novität vom Keiper Verlag, sehr sympathischer junger Autor mit großem Hoffnungspotential: Jurist an der Wiener Oper, Journalist, Theater-, Film- und Medienwissenschafter und Autor. Sein wunderhübscher, sagenhaft romantischer Triest/Wien-Roman, der mit Italo Svevos ZENOS GEWISSEN seinen Anfang nimmt.

(Helga Mitterhauser, Literaturabteilung – Buchhandlung Morawa Moser, Graz, Facebook)


Eine Liebesromanze, wie man sie bestimmt noch nie gelesen hat – und eine Leseempfehlung für alle, die es mögen, wenn mit Klischees gespielt und mittels Paragrafen gestritten (oder besser gesagt verglichen) wird. 

(Margarita Kinstner, Literaturgalaxien)



ORIGINELL – AUSGEFEILT – WITZIG

Mit einem Juristen in irgendeiner Form liiert zu sein ist kein Kirmesbesuch. Prioritäten wie sie „normale Menschen“ haben, gelten unter Umständen nicht, mit Vernunft ist dem nicht beizukommen und aller Streit zwecklos. Man hat nicht einfach einen Job, man fühlt sich berufen. Die immense Verantwortung und die Erwartungshaltung von Vorgesetzten sowie Mandanten bestimmen den Arbeitsrhythmus. Den Schlafrhythmus. Die Mahlzeiten. All das hat Markus Grundtner in seinem Romandebüt geschickt zu einer Beziehungsgeschichte verarbeitet, die nicht kitschig sondern realistisch ist. […] Es ist ein humorvolles Buch mit schnellen, intelligenten Dialogen, aber ohne Flapsigkeit.

(Julia Moldenhauer, Ausgebucht & Instagram)


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